Über mich

Christine Traub achtsam


aufgewachsen in der Ortenau, lebe ich nun seit vielen Jahren in der kraftvollen Landschaft des Bodensees
bereits während meines Studiums wuchs in mir der Wunsch, Anästhesistin zu werden
seit 24 Jahren darf ich als Fachärztin für Anästhesie und Notfallmedizin arbeiten
Grundelemente komplementärer medizinischer Therapieformen  wie Akupunktur,  Shiatsu, und manuelle Therapie LnB ergänzen meine anästhesiologischen Kenntnisse
Spiritualität hat einen großen Stellenwert in meinem Leben
von 💙 en DANKE all den Seelenbegleitern, die mir meine Entwicklung bis jetzt ermöglichten und mit denen ich mich gerne in die Zukunft tragen lasse.


OSTERN 2020

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Ihr Lieben alle, 
 
gerade durchleben wir die Fastenzeit. Das gab mir die Gelegenheit, ein paar Pausen mehr im Alltag einzubauen und mich auf das kommende Osterfest vorzubereiten. Nun erleben wir zudem gerade eine erzwungene Ruhezeit. Der neue Virus hält unsere Welt in Atem. Lähmende Angst wechselt sich ab mit blindem Aktionismus, der Regale leerfegt; im Stundentakt prasseln neue echte und falsche Informationen auf uns ein. Ich nehme wahr, was es bedeutet, wenn bisher offene Schranken geschlossen sind, nur noch im Ausnahmefall passiert werden dürfen. Begrenzt nach außen werden wir auf uns selbst zurückgeworfen.  Es ist still geworden auf den Strassen und in unserem Krankenhaus; eine angespannte Ruhe der Ungewissheit. Die Ruhe vor dem Sturm? Wann und was kommt auf uns zu, wie lange wird der Ausnahmezustand anhalten? Werden wir unsere Aufgabe, viele Patienten vor grösserem Schaden zu bewahren, bewältigen können? 
 
In vielen Ländern wird das christliche Osterfest nicht in der Kirche gefeiert werden können. Keine Osternacht miteinander, kein Osterlicht, das wir teilen dürfen.   Aber es darf trotzdem hell unseren Herzen bleiben. Warum? Dies steht in meiner Lieblings-Ostergeschichte geschrieben, die mich seit meiner Kindheit fasziniert:  Maria Magdalena begegnet als Erste dem auferstandenen Jesus Christus (Joh 20) 
 
Maria Magdalena, eine treue Jüngerin, steht Jesu sehr nahe; sie erlebt hautnah seinen Leidensweg bis zum Tod. Sie fühlt mit ihm, ist voll Trauer – zu früh musste er gehen. Kaum ist der Sabbat vorüber, eilt sie am frühen, noch dunklen Morgen zum Grab. Sie möchte Jesu salben, IHM noch einmal die höchste Ehre erweisen, Abschied nehmen. Sie läuft schnell, weil sie voller Sehnsucht ist. Und dann der Schreck: der Grabstein ist weggerollt. «Sie haben den Herrn weggenommen und wir wissen nicht, wohin sie ihn gebracht haben.» Sie ist ratlos, suchend und fragend. „Plötzlich“ ist ER da. Sie erkennt ihn nicht mit ihren Augen, sondern mit dem hörenden Herzen einer liebenden Frau, als er ihren Namen nennt. „Maria“. „Rabbuni = Meister“, antwortet sie. Die vertraute Stimme lässt sie erkennen: ER ist es, ER lebt. Es ist eine innige, leise, direkte Begegnung. Keine Botschaft, die Zittern und Furcht auslöst. Nur Staunen und Freude. Natürlich möchte sie IHN und diesen wundervollen Moment festhalten. Aber sie hört von Jesus: „Halte mich nicht fest!“ ER muss weiter zu seinem Vater, das ist sein Weg. Sie muss IHN loslassen. 
 
Aus Marias tränenverschleierten Augen werden sehende Augen. Aus Suchen wird Finden. Aus der hölzernen Starre des Kreuzes, das ER überwunden hat, wird Bewegung, ihr Mut zum Vorwärtsgehen, zum Weitergeben der frohen Botschaft. Aus der Hoffnungslosigkeit erwächst Maria die Kraft zum Weiterleben. Aus ihrer Liebe, die loslassen kann, strömt ihr Glaube an sein Wiederkommen.   All das macht auch unser Leben hell. Diese Gewissheit ist wunderbar! 
 
Lasst uns in der Osternacht in Gedanken gemeinsam das Osterlicht anzünden. Das Feuer läutert und entzündet die Freude in uns, bringt unser Herz in gute Schwingung. Wir sind miteinander. Es gibt für den Ostermorgen  einen schönen französischen Brauch: am Dorfbrunnen wäscht man sich die Augen mit Wasser. Wasser klärt den Blick und erfrischt. Mögen wir alle stets frischen Mutes und entflammbar für die Liebe Gottes bleiben. Wir dürfen beschwingt unseren Weg gehen, weil wir wissen: ER lebt. ER geht mit uns. «Ich bin bei Euch alle Tage». 
 
Die Corona-Pandemie, die wir erleben, verändert. Im Abstand halten kommen wir uns näher. Das Menschliche rückt wieder mehr in den Mittelpunkt. Die Luft ist frischer.  Das Hamsterrad steht still. Wenn die Angst weniger wird, werden wir die Kraft für Visionen eines Neuanfangs entwickeln. In dieser „Krise“ liegt die Chance, denke ich: für ein Umdenken, wirtschaftlich und ethisch. Für eine neue Innerlichkeit und das Bewusstsein, dass wir nur alle gemeinsam und mit IHM die Zukunft positiv gestalten können. 
 
Herzlichst  und bleibt gesund! 
 
Eure Christine  
 
 
 
Wer die Osterbotschaft gehört hat, der kann nicht mehr mit tragischem Gesicht umherlaufen und die humorlose Existenz eines Menschen führen, der keine Hoffnung hat. 
Karl Barth

OSTERN 2022

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Frühling, Aufbruch, ich spüre neue Energie in mir. Die nütze ich schon ein paar Wochen dazu, wieder einmal Schritt für Schritt Kleiderschrank und Keller auszumisten, um mich von Überflüssigem zu trennen und Platz zu schaffen. Was nicht mehr richtig passt und keine Verwendung mehr findet, wird entsorgt. In den Zeitschriften schießen die guten Aufräumtipps wie jedes Frühjahr wie Pilze aus dem Boden. Wir lesen, was IN und was OUT ist, chic und in der "richtigen" Farbe. 
Da fiel mir vor kurzem das Paulus-Wort in die Hände, den Korinthern stellt er eine gute Frage: „Oder erkennt ihr über euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist?“ 2. Kor 13,5. In einem anderen Brief sagt er von sich: «Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.» Gal 2,20 

Diese Paulus-Frage habe ich mir dann auch selbst gestellt.

Jesus Christus in mir, wie soll ich mir das konkret vorstellen? Ideen, Mut, Verletzungen, Trauer, Angst, Freude. Das alles kenne ich gut, es lebt in und mit mir. Gebe ich Christus denn genauso Platz in mir?  Was ist IN in meinem Herzen, was OUT?

In meinem Herzen muss ich den "Frühjahrsputz" angehen! Ich werde versuchen, zuerst einmal einige Zwänge aus meinem Herzen hinauszuwerfen. Die, die ich mir selbst auferlege und die Dinge, durch die ich mich fremdbestimmt fühle. Ich lasse auch mal meine Ängste und Sorgen, mein Grübeln kurz los. Erkläre sie für den gegenwärtigen Moment für nicht relevant und vergänglich. Obwohl sie ja dieses Jahr durch den Krieg in der Ukraine noch stärker spürbar sind. Ich horche in die Stille hinein und in andere Menschen beim Gespräch, lasse mein Ich für eine Zeit im Hintergrund. Es ist mein tägliches Bemühen, manchmal eine schwierige Übung; aber wenn es klappt, dann habe ich ein Gefühl der Frische und der Befreiung wie nach dem Platz schaffen in den Schubladen. Christus kann sich ausbreiten. Ostern könnte jeden Tag sein.

 

So wünsche ich Euch zum Osterfest das kraftvolle Frühlingsgefühl des Auferstandenen, unserer Lebensquelle, die IN uns wohnt. 


 

Herzliche Grüsse

🌼Christine

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christine.traub@hotmail.de